Telemetrie

Die Wildtier-Telemetrie ist eine Methode zur Erfassung und Verfolgung von freilebenden Tieren mit Hilfe von speziellen Hochfrequenz-Sendern. Durch die gewonnenen Daten können Maßnahmen zum Arten- und Naturschutz ergriffen werden. Je nachdem welche Fragestellungen zu beantworten sind, führen wir die sogenannte homing-in Telemetrie durch und/oder bieten die Raumnutzungstelemetrie an. 

Bei der homing-in Telemetrie liegt der Fokus auf dem Auffinden der Quartiere, während die Raumnutzungstelemetrie Aussagen über Jagdhabitate, Wochenstuben und Quartierwechsel liefert. Beiden zugrunde liegen Netzfänge, die die Möglichkeit bieten, gefangene Tiere vor dem Freilassen zu besendern. Die Sender werden entsprechend dem Körpergewicht der Fledermäuse gewählt und mit medizinischem Hautkleber auf dem Rücken der Tiere angebracht. 

Homing-in

Am nächsten Tag bzw. an den Folgetagen nach dem Besendern sucht eins unserer Teams mit Hilfe einer Peilantenne das Signal des Peilsenders und folgt diesem solange, bis es das Quartier ausgemacht hat. Dies kann eine Baumhöhle oder ein Gebäude sein. Die gefundenen Quartiere werden mittels eines GPS-Gerätes verortet und in unsere standardisierten Protokollbögen aufgenommen. Quartierstandorte werden zusätzlich fotografisch dokumentiert. Je nach Projekt werden Bäume, in denen ein Quartier lokalisiert wurde in Absprache mit dem Waldbesitzer bzw. dem Förster markiert. Zudem geben Ausflugszählungen am Abend Aufschluss über die Größe der Gruppe, die das Quartier nutzt. Dazu beobachten wir ab Beginn der Dämmerung das Ein- und Ausflugsloch und zählen wie viele Tiere ausfliegen.

Raumnutzungstelemetrie

Möchte man zum Beispiel häufige Quartierwechsel und damit den Verbund von Quartierbäumen und/oder Quartierkomplexen erfassen, erfordert dies eine Wiederholung der Quartierlokalisation der besenderten Einzeltiere. Dazu werden die Wiederholungen im Durchschnitt an drei verschiedenen Tagen tagsüber und im Abstand von jeweils drei Tagen durchgeführt.
Zudem liefert diese Art der Untersuchung Aufschluss über essentielle Jagdhabitate.

Sender

Das Sendergewicht beträgt maximal 5% der individuellen Körpermasse der Sendertiere. Hochträchtige Weibchen oder gerade ausgeflogene Jungtiere werden nicht besendert. Die Sender werden von den Fledermäusen häufig nach etwa sieben Tagen abgeworfen oder fallen spätestens nach zehn Tagen vom Tier ab.

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