Artensteckbrief Feldhamster

Cricetus cricetus

Der Feldhamster ist ein Nagetier aus der Familie der Wühler und ein hauptsächlich dämmerungs- und nachtaktiver territorialer Einzelgänger. Er lebt in offenen Landschaften, bevorzugt auf Löss- und Lehmböden, die zur Anlage seiner Baue besonders geeignet sind. Jedes Tier besitzt einen eigenen Bau, den es gegen Artgenossen verteidigt, nur zur Paarungszeit lassen die Weibchen Männchen in ihren Bau. Feldhamster graben sich ihre Baue selbst und bewegen dabei beträchtliche Erdmassen. Die kurzen, kräftigen Gliedmaßen und die starken Krallen eignen sich perfekt zum Graben. Die häufigste Form der Fellfärbung ist eine rotbraune Oberseite und eine dunkle, fast schwarze Unterseite. An Wangen, Brust und Beinen finden sich weißlich cremefarbene Flecken. Die durchschnittliche Kopf-Rumpf-Länge liegt zwischen 20 und 34 Zentimetern, Männchen sind meist größer und schwerer als Weibchen.

Feldhamster ernähren sich von Feldfrüchten wie z.B. Getreide, Mais, Zuckerrüben und Erbsen. Später im Jahr kommt die Aufnahme tierischer Nahrung hinzu wie Schnecken, verschiedene Insektenarten und kleine Wirbeltiere. So ist ein Vorkommen des Feldhamsters überwiegend auf Flächen vorzufinden, die landwirtschaftlich für den Getreideanbau genutzt werden, und daher zugleich Lebensraum als auch ein ausreichendes Nahrungsangebot bieten.

Durch die Zunahme moderner und immer effizienteren Landbewirtschaftungstechniken haben sich die Lebensbedingungen des Feldhamsters rapide verschlechtert. Immer perfektere Erntemaschinen lassen kaum noch Erntereste übrig, dadurch fehlen schlagartig Nahrung und Deckung. Ein weiteres Problem ist die Zerteilung der Lebensräume durch Straßen und Wohngebiete, welche zu Verinselungen führen. Inselpopulationen sind aus genetischen Gesichtspunkten immer sehr kritisch zu betrachten, weil die Tiere praktisch keinen Zulauf mehr von Aussen bekommen und damit über die Generationen mehr und mehr inzüchtig werden. Diese Inzucht führt letztendlich dazu, dass die Tiere weniger fit sind, anfälliger gegenüber Krankheiten und weniger fruchtbar. Solche Inselpopulationen können dann sehr spontan aussterben. In der Mitte Deutschlands existiert noch ein zusammenhängendes Gebiet zwischen Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Überall sonst sind die Bestände isoliert und mehr oder weniger gefährdet.

Der Feldhamster ist in Anhang IV der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) als streng zu schützende Tierart von gemeinschaftlichem Interesse aufgeführt und wird außerdem im Anhang II der Berner Konvention gelistet. Auf nationaler Ebene zählt der Feldhamster gemäß §7 Nr. 14b Bundesnaturschutzgesetz (BNatschG) zu den streng geschützten Arten und wird in der Roten Liste Deutschlands als „stark gefährdet“ eingestuft. 

Kommentare sind geschlossen.