Mehlschwalbe

Delichon urbicum

Aussehen

Das Gefieder der Mehlschwalbe ist an der Oberseite blauschwarz, an der Unterseite weiß.

Die Mehlschwalbe ist eine von vier Mitteleuropäischen Schwalbenarten. Sie ist etwas kleiner als ein Sperling, mit einer Körpergröße von 12 bis 14 cm, einer Flügelspannweite von 26 bis 29 cm und einem Gewicht zwischen 16 und 25 Gramm. Das Gefieder ist an der Oberseite blauschwarz, an der Unterseite weiß. Die Kehle des Weibchens ist etwas dunkler. Im Vergleich zur Rauchschwalbe sind die Schwanzfedern weniger stark gegabelt und eher breit gefächert. Sie lässt sich gut am weißen Bürzel erkennen, der sie von den anderen europäischen Schwalben unterscheidet.

Verbreitung und Lebensraum

Ihre Brutgebiete erstrecken sich über fast die gesamte Paläarktis sowie das nördliche Afrika. Sie sind ausgeprägte Zugvögel,  die europäischen Populationen überwintern in Afrika, südlich der Sahara. 

Biologie und Lebensweise

Mehlschwalben können bis zu 14 Jahre alt werden, jedoch werden die meisten Individuen nicht älter als 3 Jahre. Sie sind sehr ruffreudige Vögel, ihr Gesang ist ein ein leises, schwätzendes Gezwitscher ohne Triller. 

Ursprünglich brüteten sie an Feldwänden, heute jedoch bauen sie ihre Lehmnester häufig unter Dachvorsprüngen. Sie brüten in Kolonien und beide Elternteile sind am Nestbau beteiligt. Das Weibchen legt 3 bis 5 weiße Eier, aus denen nach 14 bis 16 Tagen die Küken schlüpfen welche nach 22 bis 32 Tagen flügge sind. In der Regel wird im Anschluss ein zweites Gelege ausgebrütet. Mehlschwalben sind sehr ortstreu und kehren immer wieder zu ihren Brutstellen zurück.

Sie ernähren sich von Insekten, die sie im Flug erbeuten, im Vergleich zur Rauchschwalbe jagen Mehlschwalben meist in höheren Luftschichten. Da sie sehr schnell und wendig sind werden sie selbst eher selten von Greifvögeln geschlagen, am wahrscheinlichsten vom Baumfalken und Turmfalken. Jedoch kommt es vor, dass die Schleiereule oder der Waldkauz Mehlschwalben nachts aus ihren Nestern zieht. Kleinere Säugetiere wie Ratten oder auch Hauskatzen räubern gelegentlich die Nester. Mehlschwalben werden oft von vielen verschiedenen Parasiten befallen. Dazu zählen verschiedene Würmer, aber auch Flöhe, Milben oder Lausfliegen. 

Gefährdung

Die Mehlschwalbe ist nicht gefährdet, ihr Bestand ist jedoch stetig abnehmend, was vorwiegend auf den Verlust von Brutmöglichkeiten, das Zerstören der Nester durch den Menschen und das Insektensterben zurückzuführen ist. Die Mehlschwalbe steht seit 2002 auf der Vorwarnliste für bedrohte Vogelarten in Deutschland.

Kommentare sind geschlossen.