Ringelnatter

Natrix natrix

Aussehen

Der Name der Ringelnatter bezieht sich vermutlich auf den „Halsring“, der durch zwei gelb- bis orangefarbene, halbmondförmige Nackenflecken gebildet wird.

Der Name der Ringelnatter bezieht sich vermutlich auf den „Halsring“, der durch zwei gelb- bis orangefarbene, halbmondförmige Nackenflecken gebildet wird. Der Körper weist eine graue Grundfarbe mit vier bis sechs Reihen dunklerer Flecken auf dem Rücken und an der Seite auf. Die Bauchseite hingegen ist hell, gelblich gefärbt und weist ein individuell unterschiedliches, dunkles Muster auf.

Ringelnattern sind zwischen 80 und 120 Zentimeter lang, wobei die Weibchen länger sind als die Männchen und vereinzelt auch bis zu 150 Zentimeter erreichen können. Die Schuppen am Rücken sind gekielt und weisen deutlich erkennbare Mittelrippen auf. Der Kopf ist individuell unterschiedlich deutlich vom Hals abgesetzt, besitzt sehr großen Schuppen und die Pupillen sind rund.

Verbreitung und Lebensräume

Die Ringelnatter ist mit mehreren Unterarten, beispielsweise der Barrenringelnatter, in großen Teilen Mittel- und Osteuropas und auch Asiens verbreitet. In Europa fehlt sie in Irland, Schottland und Nordskandinavien, in Asien kommt sie in Südsibirien und im mittleren Osten vor. In den Alpen kommt sie bis auf 2000 Meter über NN vor. In Deutschland ist sie fast vollständig verbreitet und fehlt nur in den Alpen oberhalb von 1300 Metern, in intensiv bewirtschafteten Agrarlandschaften, in Marschgebieten und auf den Nord- und Ostfriesischen Inseln. 

Ringelnattern sind auf Feuchtbiotope mit Amphibienvorkommen als Nahrung angewiesen und bewohnen daher gewässernahe, strukturreiche, halboffene bis offene Lebensräume. In diesen benötigen sie vielfältige Vegetationsstrukturen mit trockenen Winterquartieren, Eiablage- und Sonnenplätzen, sodass sie vor allem in kleinteilig strukturierten Biotop-Mosaiken wie Gewässern mit Schilfgürteln, Grünland, mit Hecken gesäumten Wegrändern und einem Wald oder auch einer strukturreichen Graben-Landschaft zu finden sind.

Biologie und Lebensweise

Die tagaktive Ringelnatter reguliert ihre Körpertemperatur dadurch, dass sie aktiv geeignet temperierte Sonnen- und Schattenplätze aufsucht. Im Winter oder in der Mittagshitze nutzt die Ringelnatter geschützte Quartiere. Als Winterquartiere dienen Kleinsäugerbaue, Hohlräume im Mauerwerk, Bäumen oder Felsen, Komposthaufen oder Steinhaufen, in denen oft viele Ringelnattern gemeinsam überwintern. Die Überwinterung endet im März oder April, ab Ende April beginnt die Paarungszeit. Während dieser werben oft mehrere Männchen um ein Weibchen. Die Kopulation kann mehrere Stunden dauern. Das Weibchen verbringt anschließend viel Zeit mit sonnen. Von Ende Juni bis Anfang August legt das Weibchen 10 bis 30 ovale Eier mit einer Länge von 23 bis 40 Millimetern, nach Möglichkeit in verrottendem Substrat, das Wärme abgibt. Oft legen mehrere Weibchen ihre Eier am gleichen Ort ab. Die Jungtiere schlüpfen je nach Witterung nach 30 Tagen oder erst nach mehr als zwei Monaten zwischen Ende Juli und Ende September. Die Winterruhe beginnt zwischen September und Oktober. 

Als Winterquartiere dienen Kleinsäugerbaue, Hohlräume im Mauerwerk, Bäumen oder Felsen, Komposthaufen oder Steinhaufen, in denen oft viele Ringelnattern gemeinsam überwintern.
Ringelnattern sind auf Feuchtbiotope mit Amphibienvorkommen als Nahrung angewiesen und bewohnen daher gewässernahe, strukturreiche, halboffene bis offene Lebensräume.

Die Nahrung der Ringelnatter besteht überwiegend aus Amphibien, aber auch Kleinsäuger, Fische, Vögel und Eidechsen werden erbeutet. 

Gefährdung

Die Ringelnatter ist nach dem Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt und steht in der Roten Liste der Bundesrepublik Deutschland auf der Vorwarnliste. Sie wird in vielen Bundesländern immer häufiger als gefährdet aufgeführt. Der Hauptgrund hierfür liegt in der Regulierung von Flussläufen, die den Wegfall und die Entwässerung von Überschwemmungsflächen zur Folge hat, sowie der Intensivierung der Teichwirtschaft durch Fischbesatz und der Intensivierung der Landwirtschaft. Hierdurch fällt ihre Nahrungsgrundlage weg und es gehen Saumbiotope und Eiablageplätze verloren.

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