Schwarzstorch

Ciconia nigra

Aussehen

Der Schwarzstorch ist neben dem Weißstorch der einzige brütende Vertreter der Störche (Ciconiidae) in Europa. Er ist mit einer Körperlänge von knapp 100 cm etwas kleiner als der Weißstorch, seine Flügelspannweite beträgt 165 bis 180 cm. Der Körper ist schwarz gefärbt und schimmert metallisch grün oder purpurn, nur Brust, Bauch und der dem Rumpf zugewandte Teil des Unterflügels sind weiß gefärbt. Männchen und Weibchen unterschieden sich nicht in ihrer Größe oder Färbung, lediglich der Schnabel des Männchens scheint im Gegensatz zu dem des Weibchens leicht aufwärts gebogen.

Die Nahrung wird häufig an Gewässern gefangen und besteht überwiegend aus Fischen und Amphibien.
Der Schwarzstorch benötigt fischreiche Gewässer oder Nass- und Feuchtwiesen in der Nähe und lebt bevorzugt im Bergland.

Außerhalb der Brutzeit sind die Beine und Schnäbel der adulten Vögel bräunlich bis matt dunkelrot, während der Brutzeit sind sie dagegen, ebenso wie die nackte Haut um die Augen, leuchtend rot gefärbt. Die Schnäbel und Beine der Jungvögel sind im ersten Jahr graugrünlich, die Schenkel gelblich. Die Gefiederfarbe ist bräunlicher, der metallische Schimmer fehlt.

Im Flugbild zeigt der Schwarzstorch einen ausgestreckten Hals und ausgestreckte Beine, die deutlich das Schwanzende überragen. Der Kopf und der Schnabel sind jedoch leicht abgesenkt. Die Flügel sind im Gegensatz zum Weißstorch während des Fluges deutlicher im Karpalgelenk abgewinkelt, was die Flügelspannweite erheblich reduziert und ihm ein besseres Manövrieren im Wald ermöglicht.

Verbreitung und Lebensraum

Das Brutareal der Art erstreckt sich von Süd- und Osteuropa bis nach Ostasien. In Mitteleuropa kommt er vor allem im östlichen Teil vor. Die Nordgrenze der Verbreitung ist Norddeutschland und erstreckt sich nach Osten über Polen bis an die Pazifikküste. Dabei schwankt die Nordgrenze um 60° N, die Südgrenze ist uneinheitlich. Dies liegt an der fehlenden Besiedelung von Wüsten und Steppen durch den Schwarzstorch. 

Beim Schwarzstorch sind während der Brutzeit die Beine und Schnäbel der adulten Tiere ebenso wie die nackte Haut um die Augen, leuchtend rot gefärbt.

Er lebt sehr zurückgezogen und brütet vorzugsweise in großen und strukturreichen, aber nicht zu dichten Laub- und Mischwäldern mit Altholzbeständen. Er benötigt außerdem fischreiche Gewässer oder Nass- und Feuchtwiesen in der Nähe und lebt bevorzugt im Bergland. Der Horst selbst befindet sich häufig in altem Baumbestand. Während seit längerem existierende Schwarzstorchreviere fast immer in über 100 Hektar großen Waldgebieten liegen, wurden in den letzten Jahren aufgrund der dichteren Besiedelung durch den Menschen auch Bruthabitate in kleinen Waldgebieten oder Feldgehölzen festgestellt. 

Biologie und Lebensweise

Der Schwarzstorch ist weniger gesellig als der Weißstorch und brütet in Einzelpaaren. Dabei bauen sie ihre großen Horste in den Kronen alter Bäume (Buche, Eiche, seltener Nadelbäume) oder auch an Felsen. Die Baumnester befinden sich meistens in Stammnähe auf starken Ästen. Sie werden oft über mehrere Jahre hinweg genutzt und immer wieder in Stand gesetzt und erweitert. Der Schwarzstorch ist während der Balz- und Brutzeit streng territorial, Konkurrenten werden durch Revierflüge und -tänze vertrieben. 

Die Eiablage beginnt in Mitteleuropa Mitte April. Das Gelege enthält meist vier Eier, die im Abstand von zwei Tagen gelegt werden. Sie werden von beiden Eltern mit einer Brutzeit von insgesamt 34 bis 38 Tagen ausgebrütet. Die Jungen werden anschließend gefüttert und sind nach 60 bis 70 Tagen flügge, meistens Mitte Juli. Sie verlassen noch vor den Eltern das Aufwuchsgebiet in Zugrichtung. 

Schwarzstörche bauen ihre großen Horste in den Kronen alter Bäume oder auch an Felsen.
Die Jungen des Schwarzstorchs sind nach 60 bis 70 Tagen flügge, meistens Mitte Juli.

Das Nahrungsrevier von Schwarzstörchen ist bis zu 100 km2 groß. Die Nahrung wird häufig an Gewässern gefangen und besteht überwiegend aus Fischen und Amphibien, aber auch Wasserinsekten und Kleinsäuger werden ab und zu gefangen. 

Zum Überwintern ziehen die Tiere von Mitte Juli bis Ende September meist nach Südafrika, aber auch nach Südeuropa. Einige Populationen in Westspanien, Ostportugal und Südafrika sind hingegen Standvögel. Die Ankunft an den Brutplätzen nach dem Heimzug erfolgt überwiegend Ende März.

Gefährdung

Die Deutsche Population des Schwarzstorches gilt als nicht gefährdet, da die Neststandorte der Vögel geschützt werden. Dennoch sind Schwarzstörche unter anderem durch Kollisionen mit Mittel- und Niederspannungsleitungen, der Verlust von Feuchtgebieten und somit Nahrungshabitaten, die Zerschneidung vormals ausgedehnter Wälder, anthropogene Störungen am Brutplatz durch Forstwirtschaft oder Spaziergänger oder die Errichtung von Windkraftanlagen bedroht. 

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