Uhu

Bubo bubo

Aussehen

Der Uhu ist mit einer Größe von bis zu 67 cm, einer Flügelspannweite von bis zu 180 cm und einem Gewicht von ungefähr 3,4 kg die größte Eule der Welt.

Der Uhu ist mit einer Größe von bis zu 67 cm, einer Flügelspannweite von bis zu 180 cm und einem Gewicht von ungefähr 3,4 kg die größte Eule der Welt. Die Weibchen sind deutlich schwerer und größer. Das Körpergefieder ist hellbraun und mit dunkelbraunen Flecken durchsetzt. Sie haben leuchtend orangerote Augen und auf ihrer Stirn ein helles „V“ zwischen den beiden markanten Federohren. Es werden bis zu 20 Unterarten unterschieden.

Verbreitung und Lebensraum

Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Nordafrika, über Europa bis nach Asien. Uhus sind reine Standvögel und ziehen nicht, d.h. der Uhu verbringt auch die Winter in Deutschland. Sein Lebensraum kann sehr unterschiedlich aussehen. Oft findet man den Uhu in felsigen Landschaften mit offenen bis halboffenen Jagdflächen vor.

Biologie und Lebensweise

Im September beginnt die sogenannte Herbstbalz, die mitunter direkt in die eigentliche Balz übergehen kann. Hierbei rufen die Männchen ausdauernd „u-hu“ bzw. „buhoo“, wodurch die Art ihren Namen erhielt. Das Männchen versucht ein interessiertes Weibchen zu einem Nistplatz zu locken. Nimmt das Weibchen den Platz an, beginnt Ende Februar die Brut. Uhus brüten in verlassenen Greifvogelhorsten, an Felswänden, in alten Steinbrüchen, Kirchtürmen oder seltener auch in Bodenmulden. Hierbei scharren sie eine kleine Vertiefung und bauen kein Nest. Die 2-5 Eier werden ca. 35 Tage bebrütet, während der Zeit wird das Weibchen von dem Männchen mit Nahrung versorgt. Die Jungen sind ausgesprochene „Nesthocker“ und werden bis zu 150 Tage von den Elterntieren miternährt.

Uhus haben leuchtend orangerote Augen.

Uhus sind nachtaktiv und erbeuten andere Vögel, kleinere bis mittelgroße Säugetiere wie Ratten oder Kaninchen bis zu der Größe von Füchsen. Bei ihren Beutetieren sind sie nicht wählerisch, so wurden in seinen Gewöllen Reste von über 50 Säugetierarten und fast 180 Vogelarten gefunden.

Gesunde, adulte Uhus haben so gut wie keine Fressfeinde. Junge Uhus sind deutlich häufiger gefährdet, sie können z.B. von Mardern oder Füchsen erbeutet werden. In freier Wildbahn können Uhus bis zu 33 Jahre alt werden, der älteste Uhu in Gefangenschaft wurde 68 Jahre alt.

Gefährdung

Der Bestand der Uhus ist durch einen Rückgang des Lebensraumes und der Nahrung bedroht. Durch die industrielle Landwirtschaft fehlt es ihm zunehmend an Beutetieren, durch die Aufforstung an freien Flächen zum Jagen, das Verfüllen von alten Steinbrüchen führt zum Verlust von Brutmöglichkeiten. Ein weiterer Faktor ist der Wander- und Klettersport, da hierdurch die Vögel bei ihrer Brut in Felsgebieten massiv gestört werden. Weitere Risiken sind die Kollision mit Stromleitungen oder auch Windkraftanlagen, Autos oder Zügen.

Vor mehr als 50 Jahren galt der Uhu in Deutschland als ausgestorben und wurde durch intensive Schutzbemühungen erfolgreich wieder angesiedelt und 2016 von der Roten Liste genommen. Er steht jedoch im Anhang 1 der Vogelschutzrichtlinie und zählt somit zu den besonders geschützten (europäischen) Vogelarten. 

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