Seeadler

Haliaeetus albicilla

Im Flug ist der Seeadler (Haliaeetus albicilla) durch seine breiten, stark gefingerten Flügel, den kurzen, weißen Schwanz und den langen Hals zu erkennen.
Ein adulter Seeadler (Haliaeetus albicilla) hat eine dunkelbraune Grundfarbe, Kopf, Hals und obere Brust sind etwas heller.

Merkmale

Der Seeadler ist mit einer Körpergröße von 76 bis 92 cm und einer Flügelspannweite von 180 bis 240 cm einer der größten Greifvögel Mitteleuropas. Das Weibchen ist dabei deutlich größer und schwerer als das Männchen. Der Seeadler war lange vom Aussterben bedroht, doch seit der Mitte der 1980er Jahre erholen sich die Bestände wieder. Ein adulter Seeadler hat eine dunkelbraune Grundfarbe, Kopf, Hals und obere Brust sind etwas heller. Junge Seeadler sind dagegen durchgehend dunkelbraun und besitzen erst mit fünf Jahren das Adultkleid. 

Im Flug ist er durch seine breiten, stark gefingerten Flügel, den kurzen, weißen Schwanz und den langen Hals zu erkennen. Sitzend erkennt man ihn an seinem großen, etwas eckig wirkenden Körper, dem langen Hals und den kräftigen Beinen. 

Verbreitung und Lebensraum

Der Seeadler ist in den gemäßigten, borealen und arktischen Zonen Europas und Asiens von Grönland und Island bis Japan verbreitet. In fast ganz Europa sind adulte Seeadler Standvögel, bleiben also das ganze Jahr über in ihrem Revier, während junge oder revierlose Seeadler weiträumig umherziehen. Dagegen sind die im Norden Russlands und   Sibiriens lebenden Seeadler Zugvögel, die in Süd- und Ostasien, der Türkei und auf Zypern überwintern. Voraussetzung für die Nahrungssuche sind nahegelegene Küsten, große Seen oder Flüsse. 

Biologie und Lebensweise

Seeadler ernähren sich vorzugsweise von Fischen, die nah an der Wasseroberfläche erbeutet werden, aber auch von Vögeln, Säugetieren und Aas.

In fast ganz Europa sind adulte Seeadler (Haliaeetus albicilla) Standvögel, bleiben also das ganze Jahr über in ihrem Revier,

Meist verbringen die Tiere ihr Leben mit einem dauerhaften Partner. Es werden große Horste aus Ästen errichtet, die Nestmulde wird dabei mit Gras und Moos ausgekleidet. Die Horste werden in Wäldern auf alten Bäumen, an Klippen oder, auf abgelegenen und kahlen Inseln, sogar auf dem Boden gebaut. Neu gebaute Horste haben einen Durchmesser von bis zu 1,5 Metern, ältere und länger genutzte Horste können einen Durchmesser von zwei Metern und eine Höhe von bis zu fünf Metern erreichen. Oft werden innerhalb eines Reviers mehrere Horste abwechselnd über viele Jahre genutzt.

Die Brutzeit beginnt in Mitteleuropa zwischen Mitte Februar und Mitte März. Das Weibchen bebrütet dabei ca. 38 Tage lang ein bis drei weiße Eier, während das Männchen die Nahrung beschafft.

Während junge Artgenossen, die noch kein vollständiges Adultkleid aufweisen, noch von den territorialen Altvögeln ignoriert und im Revier geduldet werden, werden ausgefärbte Tiere sofort angegriffen und aus dem Revier vertrieben.

Gefährdung

Der Seeadler gilt in Deutschland als nicht gefährdet, jedoch treten häufige Todesfälle vor allem durch Bleivergiftungen, die durch die Aufnahme von Bleipartikeln aus Jagdgeschossen zustande kommen, Kollisionen mit Eisenbahnen, Oberleitungen und Windrädern sowie Stromschläge an Hochspannungsleitungen auf. Die Bleivergiftungen sind auf die Verwendung bleihaltiger Munition zurückzuführen, die bei der Jagd eingesetzt werden. Beim Aufprall zersplittern Bleiprojektile und das toxische Schwermetall kontaminiert große Teile des getroffenen Tierkörpers. Die dann vom Jäger zurückgelassenen Innereien werden vom Seeadler aufgenommen, der vor allem im Winter gezielt nach Aas sucht.

Die Häufigkeit aller genannten Todesfälle schwankt regional sehr stark. In Schleswig-Holstein, einem Bundesland mit hohem Anteil an Windkraftanlagen, ist die Kollision mit Windrädern die mit Abstand häufigste Todesursache.

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