Wiesenweihe

Circus pygargus

Aussehen

Die Wiesenweihe gehört zu den Habichtverwandten und ist 39 bis 50 cm groß und 230 bis 450 Gramm schwer. Sie besitzt lange, schmale Flügel, ihr Flug ist dabei elegant und ähnelt dem der Seeschwalbe oder der Möwe. Das Männchen ist insgesamt hellgrau mit schwarzen Flügelspitzen und besitzt ein schwarzes Flügelband auf der Oberseite. Weibchen sind auf Oberkopf, Hinterhals, Rücken und Oberflügeldecken einfarbig mittelbraun. Die Unterseite ist insgesamt deutlich heller und auf hellbeigem Grund kräftig braun gestrichelt. Im Vergleich zur Kornweihe ist die Wiesenweihe schlanker.

Das Wiesenweihe Männchen ist insgesamt hellgrau mit schwarzen Flügelspitzen.
Wiesenweihe Männchen
Wiesenweihe Weibchen sind auf Oberkopf, Hinterhals, Rücken und Oberflügeldecken einfarbig mittelbraun. Die Unterseite ist insgesamt deutlich heller und auf hellbeigem Grund kräftig braun gestrichelt.
Wiesenweihe Weibchen

Verbreitung und Lebensraum

Das Verbreitungsgebiet der Wiesenweihe erstreckt sich von Europa bis Zentralasien, wobei sie in Afrika und Indien überwintert. In Deutschland gilt sie als Zugvogel und brütet vorwiegend im Nordosten Deutschlands und in Bayern. Es werden sehr feuchte Moore bis hin zum trockenem Ackerland als Habitate genutzt.

Biologie und Lebensweise

Wiesenweihe Weibchen mit Küken.

Als Nahrungsquelle dienen vor allem kleine Vögel und Säugetiere, aber auch Insekten und Amphibien. Die Brutzeit geht von Ende Mai bis Juni, wobei das Männchen mit girlandenförmigen Balzflügen um das Weibchen balzt und eine monogame Saisonehe eingegangen wird. Als Bodenbrüter werden drei bis fünf Eier einmal pro Jahr gelegt. Gebrütet wird gelegentlich auch in lockeren Kolonien 27 bis 30 Tage. Die geschlüpften Küken werden schließlich nach 35 bis 40 Tagen flügge. Das bekannte maximale Alter der Wiesenweihe liegt bei 16 Jahren und einem Monat.

Gefährdung

Gefährdet ist die Wiesenweihe durch Zerschneidung und Verkleinerung offener Landschaftsräume verursacht durch Straßenbau und Windenergieanlagen, außerdem durch intensive Landwirtschaft, häufige Düngung, Pestizideinsatz, durch zu frühe Erntearbeiten und der damit einhergehenden Gefährdung der im Getreide brütenden Arten. Zum Schutz der Wiesenweihe wird für den Erhalt und die Entwicklung natürlicher Brutgebiete gesorgt. Zudem wird eine Extensivierung der Ackernutzung angestrebt durch zum Beispiel die Anlage von Ackerstreifen. Ebenfalls ist bei der Planung von Windenergieanlagen ein Prüfbereich um bekannte Neststandorte sowie regelmäßig aufgesuchte Nahrungshabitate zu untersuchen.

Nach der IUCN ist die Wiesenweihe als „least concern“ nicht gefährdet eingestuft, wohingegen sie in Deutschland als stark gefährdet gilt.

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